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Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft

Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft?
Das Wort Nachhaltigkeit wird in der Öffentlichkeit so häufig gebraucht, dass es schon fast wie eine Floskel anmutet. Die Bedeutung oder das dahinter stehende Konzept wird nur noch selten erläutert. Die Folge ist, dass viele Menschen dem Begriff eine leicht veränderte Bedeutung zuschreiben. Der Ausdruck Nachhaltigkeit ist außerdem nicht sonderlich glücklich gewählt. Man sollte besser von Bewahrung oder Erhalt sprechen.

Denn Nachhaltigkeit bedeutet, dass man ein regenerierbares System auf eine Weise nutzt, dass diesem seine wesentlichen Charakteristika (Bewuchs, Tierbestand etc.) erhalten bleiben und es sich ohne Hilfe wieder vollständig von der Nutzung durch den Menschen erholen kann. Das Konzept der Nachhaltigkeit ist also in der Ökologie (Waldbestand, Schutz der Seen und Strände, etc.) heimisch, findet aber vor allem in der Landwirtschaft Anwendung. Es dient dabei zwei Zielen: Dem Schutz der Umwelt und dem ökologisch verträglichen (und damit gesunden) Anbau von Nahrungsmitteln.

Welchen Nutzen bietet die Nachhaltigkeit für Landwirte?
Für die Produzenten der Landwirtschaft scheint das Konzept der Nachhaltigkeit auf den ersten Blick kaum vorteilhaft. Der nachhaltige Anbau ist teuer und die Ernten fallen geringer aus. In der Folge müssen die Landwirte die Preise erhöhen. Im normalen Wirtschaftskreislauf hätte dies einen Kundenschwund zur Folge, der die Produzenten in ihrer Existenz bedrohen würde.

Insbesondere bei einem nachhaltigen Anbau in der Landwirtschaft ist dies aus zwei Gründen nicht der Fall. Zum einen gibt es einen wachsenden Bedarf an Bio-Lebensmitteln. Der Umsatz mit derartigen Produkten betrug im Jahr 2010 vier Milliarden Euro und hat sich damit innerhalb von zehn Jahren verdreifacht. Tatsächlich war die Nachfrage nach nachhaltig angebauten Nahrungsmitteln so groß, dass der Bedarf nicht allein durch Erzeugnisse in der Bundesrepublik gedeckt werden konnte.

Zum anderen sind landwirtschaftliche Betriebe, die nachhaltig wirtschaften, attraktive touristische Ziele. Rund 1600 Bauernhöfe in der Bundesrepublik bieten Ferien auf dem Bauernhof an. Allein in Bayern wird auf diese Weise ein jährlicher Umsatz von mehr als 550 Millionen Euro erwirtschaftet. Ein wachsender Teil dieser Erträge fließt in die Taschen der Landwirte, die ihrem Betrieb dem Konzept der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Denn Menschen, die einen Urlaub auf dem Bauernhof machen möchten, legen Wert darauf, eine gesunde Umgebung vorzufinden und mit der Natur in Einklang zu stehen. Weitere klassische Ferienwünsche, wie Wellness oder Kultur treten dagegen in den Hintergrund.

Die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft wird deshalb weiter wachsen. Derzeit werden nur 4,7 Produzent der Nutzflächen in der Bundesrepublik auf diese Weise bewirtschaftet. Experten rechnen damit, dass dieser Wert sich auf bis zu zehn Prozent erhöhen könnte.