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Klimafreundliche Landwirtschaft leicht gemacht

In der Tat verursacht die Landwirtschaft ca. 13 % der Treibhausgase in Deutschland. Insbesondere die Rinderhaltung ist immer wieder als Klimakiller in die Schlagzeilen geraten, diese ist dabei für ca. 16% davon verantwortlich. Welche weiteren Faktoren spielen eine Rolle und wie können sie beeinflusst werden?

Bodenbearbeitung
Im Boden wird CO2 im Humus gespeichert. Der Erhalt der Humusschicht ist daher ein effektiver Weg, Treibhausgase zu verringern und die Landwirtschaft klimafreundlicher zu gestalten. Ein hoher Humusanteil erhöht außerdem die natürliche Bodenfruchtbarkeit. Möglichkeiten zur Konservierung von Humus sind schonende Bearbeitungsmethoden mit dem Verzicht auf Tiefenumbruch, eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und erosionsmindernde Maßnahmen wie eine durchgehende Bodenbedeckung und die Anlage von Wällen oder Hecken.

Düngung
Bei der Düngung entstehen Treibhausgase durch die Herstellung von Dünger, die Ausbringung des Düngers und durch Auswaschung. Ein optimiertes Dünge-Management hat ein hohes Einsparpotential. Durch genaue Berechnung und moderne Geräte zur Ausbringung kann die Düngermenge reduziert werden, ohne dass die Kultur einen Mangel erleiden muss. Auf lange Sicht spart dies auch Kosten für den Kauf und den Transport von Düngemitteln.

Tierhaltung
Auch in der Tierhaltung gibt es Möglichkeiten, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Ausstoß umso höher ist, je länger Mist und Gülle im Stall der Luft ausgesetzt sind. Durch tägliches Ausmisten und eine abgedeckte Lagerung können Treibhausgase reduziert werden. Auch eine Extensivierung der Haltung oder die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft sind klimafreundliche Alternativen zur intensiven Haltung auf Spaltenböden. Die Verwendung von Mist und Gülle in einer Biogasanlage verringert den Treibhausgas-Ausstoß zusätzlich.

Anpflanzen von Hecken
Hecken haben einen großen Nutzen für Klima, Umwelt und Boden. Es sollten heimische Gehölzarten gewählt werden, die an die Standortgegebenheiten angepasst sind und einer Vielzahl von Tieren Nahrung und Schutz bieten. Pflanzen binden und speichern aktiv CO2 und leisten damit einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz. Quer zur Windrichtung gepflanzt wirken sie effektiv der Bodenerosion durch Wind entgegen.

Viele klimafreundliche Maßnahmen wirken sich auch positiv auf das äußere Bild eines Betriebes aus. Kühe auf der großen, grünen Weide und die Feldhecke mit dem Vogelnest sind der Inbegriff der ländlichen Idylle. Bei entsprechender Nachfrage nach ökologisch erzeugten Produkten aus der Bevölkerung oder durch Touristen kann eine Umstellung auf ökologischen Landbau dem Landwirt auch wirtschaftliche Vorteile bringen.
Maßnahmen wie die konservierende Bodenbearbeitung, die Optimierung der Arbeitsabläufe und der Dünung können in vielen Betrieben mit verhältnismäßig geringem Aufwand durchgeführt werden und haben einen großen Nutzen für das Klima.